Montag, 30. April 2012

News

Ist die Friedrich-Waidacher-Studie eine Illusion?

http://bit.ly/a1a1b1b1 http://bit.ly/a1a2b1b2

http://twitter.com/#!/porzner

Mittwoch, 18. April 2012

News

Ausstellungshinweis:

Werner Gilles - Hans-Peter Porzner

Kunstmuseum Ahlen (Westfalen)

24. Juni - 7. Oktober 2012

Es sprechen:
Herr Burkhard Leismann, Kunstmuseum Ahlen
Frau Dr. Beate Reese, Kunstmuseum Mülheim a. d. Ruhr

In Zusammenarbeit mit dem
Kunstmuseum Mülheim a. d. Ruhr

Hans-Peter Porzner
Auf der Löwenbrücke in Würzburg mit dem berühmten Blick auf die Festung Marienberg Nr. 3.
Oder: Die kleine Betrachtung des roten Planeten, Öl auf Karton, bemalter Holzrahmen, 49,7 x 59,1 cm, 2003-2007,
Privatbesitz

http://www.youtube.com/watch?v=9LdlfFsQrMchttp://www.youtube.com/watch?v=9LdlfFsQrMc

Sonntag, 13. November 2011

Leserbriefe - Werner Gilles - Metaphysik

Vgl. hierzu:
http://www.primaso.de/default.aspx?ID=5387&showNews=1062851

Die von Grauf postulierte "Zwei-Körper-Theorie" "... Ja, es ist absolut verwerflich, den Politiker Guttenberg nicht vom Wissenschaftler zu trennen." mit diesem Rückschluss "Im Klartext heißt dies nämlich: Das Metier, vielleicht sogar (Un) Wesen des Politikers ist die Lüge." müsste selbst analysiert werden.

Diese Theorie wurde - selbstverständlich ohne diesen Rückschluss - seinerzeits von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur dezidierten Entlastung von Dr. zu Guttenberg ins Feld geführt. Nun holt Grauf sie hervor, um genau damit das Gegenteil zu intendieren. Diese Theorie war aber der eigentliche Startschuss für diese Fundamentalkritik von Prof. Dr. Oliver Lepsius, Universität Bayreuth. Lepsius konnte die Trennung zwischen Politik und Wissenschaft, die Merkel mit der Bemerkung, "sie habe einen Politiker, keinen Wissenschaftler in die Regierung geholt", nicht ertragen. Er hat für sich mit dieser Formulierung "Wir sind einem Betrüger aufgesessen."die Notbremse gezogen. (Vgl. hierzu die Originalexte in meiner Schrift "Das WikiPlott.)

Es gilt festzuhalten: Wir steigen in die strenge und Beweise herbeischaffende Analyse der Wissenschaftsbegründung der Doktorarbeit Dr. zu Guttenbergs auch genau an dieser Stelle gerne ein. Tatsächlich kommen wir aber weder mit jener Theorie noch mit ihrem Gegenteil an diesen wissenschaftlichen Sachverhalt dieser Doktorarbeit, der dann auch zur zwingenden Rehabilitierung führt, heran.

Wie schaut diesbzgl. die Position Platons, der Vorsokratiker und die der Epoche noch vor den Vorsokratikern - auf alle drei Sachverhalte bezieht sich Dr. zu Gutttenberg (inwiefern?) - und die in dieser Konsequenz von Dr. zu Guttenberg vorgetragene Position, d.h. die Sache selbst aus? In meiner Schrift "Das WikiPlott" erarbeite ich diese komplexen Argumentationslinien und stelle sie dar.

Auf der Basis von Prof. Dr. Volker Rieble oder der von Prof. Dr. Oliver Lepsius lässt sich der Doktortitel nicht entziehen.


Ergänzung

Für Dr. zu Guttenberg sind tatsächlich nur ganz wenige Wissenschaftler wirklich zitierbar. Welche? (Vgl. hierzu die letzte Fußnote vor Teil C seiner Doktorarbeit.) Alles andere ist mehr oder weniger Ornament. Trotzdem ist die hermeneutische Erfassung bereits der kleinsten Veränderung für das Verständnis dieser Doktorarbeit entscheidend: Jede Veränderung einer übernommenen Textstelle könnte sich als Tipping Point erweisen. Wir müssen jedes kleinste Detail beachten und unter dieser Bedingung in zunehmendem Maße unsere Wahrnehmungen präzisieren. Um das beurteilen zu können müssen wir das Ganze hermeneutisch durchleuchtet, d.h. von Anfang an im Prinzip durchschaut haben. Es klingt paradox, aber GuttenPlag Wiki liefert eben auch das Werkzeug, mit dem wir einen Zugang zu Thema, Inhalt und Form dieser Doktorarbeit uns erarbeiten können. Diese Sachverhalte führen zwingend zur Rehabilitation. (Es sind hier übrigens nicht nur die Freunde Dr. zu Guttenbergs, die mir die Richtigkeit meines Vorgehens inzwischen bestätigen.)

Wer hat die Doktorarbeit gelesen? Wer hat sie erforscht und mit den Resultaten des "Modularisierens" bei GuttenPlag Wiki verglichen? Wer hat sie unter dieser Bedingung des Wissens aufgeschlüsselt und gedeutet? Am 21. Februar publiziert DER SPIEGEL seine mangelhafte und falsche Recherche, am 23. Februar baut Jürgen Trittin seine Rede im Bundestag von hier aus auf (vgl. hierzu meine Einträge auf http://mfmkmuenchen.livejournal.com). Und-und-und. Das ist alles kein Witz! Richtig. Aber man lese doch bitte meine Schrift "Das WikiPlott"; da sind alle hier möglichen Behauptungen und Unterstellungen aufgelistet, diskutiert und erklärt.
Wissenschaftlich von Bedeutung kann nur noch die Frage sein: Welche Baulinien zu einer Architektur der Europäischen Verfassung sollen mit dieser Form der Doktorarbeit genannt, analysiert, bewertet und doch verborgen bleiben? Vor wem und vor allem warum? Welches Konzept zu einer Europäischen Verfassung hat der Wissenschaftler und Politiker Dr. Karl-Theodor Frhr. zu Guttenberg hier tatsächlich ausgearbeitet? Wer soll zu dieser Doktorarbeit einen Zugang finden können - wer ganz sicher nicht?
Die hermeneutische Analyse kann den Plagiatsvorwurf nicht selbst aus der Welt schaffen, aber es begegnen hier Sachverhalte die jedwedes Argument gegen Dr. zu Guttenberg entkräften, um es härter zu formulieren: "zerstören".
Er äußerte sich vor zwei Tagen in Halifax (Kanada)

http://www.bild.de/politik/inland/karl-theodor-zu-guttenberg/der-neue-guttenberg-21121668.bild.html

zur Bedingung der Möglichkeit einer Verfassung der Vereinigten Staaten von Europa, zur gegenwärtigen Wirtschaftskrise in Europa, zum Euro, über das Verhälnis Amerika-Europa usw. Alles Themen seiner Doktorarbeit! Wie ist die Reichweite seiner Doktorarbeit einzuschätzen? Inwiefern sind diese Erträge seiner Forschung für seine jetzigen Forschungen in Amerika Voraussetzung?

Wie ist das Seminar seines Doktorvaters Peter Häberle in der Zeit seiner Doktorarbeit zu bewerten? Auch Andreas Voßkuhle - er ist heute Präsident des Bundesverfassungsgerichts - war in diesem Seminar. Wie ist die Zweiergruppe Peter Häberle und zu Guttenberg insgesamt einzuschätzen? Bereits jetzt lässt sich sagen, dass Häberle dies alles von Anfang an duchschaut und souverän akzeptiert hat. Ein ausgezeichneter Doktorvater. So etwas befruchtet doch das ganze Seminar.
Damit ist freilich ein Großprojekt zur Erforschung dieser Doktorarbeit eingeleitet und formuliert; es ist jetzt schon beispielsweise nur zu vergleichen - und das ist kein Witz - mit der Erforschung der Baugeschichte des Würzburger Residenzschlosses, d.h. mit der Geschichte dieser Erforschung selbst.

Es gibt keine Basis, von wo aus man Dr. zu Guttenberg den Doktortitel entziehen kann.

Wir sind gespannt auf Dr. zu Guttenbergs neues Buch "V0rerst gescheitert".

Vgl. hierzu:
http://www.bild.de/politik/inland/karl-theodor-zu-guttenberg/vorerst-gescheitert-guttenberg-meldet-sich-mit-neuem-buch-zurueck-21140908.bild.html

Dr. zu Guttenberg hat an keiner Stelle das Urheberrecht verletzt. Er hat weiterhin alle Normen wissenschaftlichen Arbeitens erfüllt.

Dieser Sachverhalt ist zu beweisen.

Montag, 17. Oktober 2011

Zug um Zug

Indes haben wir diese Redewendung in unserer Schrift "Das Wikiplott" vermieden!

Vgl. hierzu:
http://www.das-wikiplott.de/

Vgl. hierzu weiterhin:
http://www.kluever-augsburg.de/maria/hdr/drehbuch/rueckkehr/minasmorgul.html

Der Herr der Nazgûl

Minas Morgul erwacht

Sam:
Es müsste bald Zeit für den 5-Uhr-Tee sein. Zumindest in anständigen Gegenden, wo es noch einen 5-Uhr-Tee gibt.
Gollum:
Wir sind nicht in anständigen Gegenden.
Frodo:
bleibt stehen
Sam:
Herr Frodo? Was ist denn?
Frodo:
Nur so ein Gefühl. Ich glaube, ich komme nie wieder nach Hause.
Sam:
Doch, wirst du. Natürlich tust du das! Das sind nur düstere Gedanken. Wir gehen hin und wieder zurück. Genau so wie Herr Bilbo. Du wirst schon sehen.
Frodo:
Ich glaube, diese Gegend hat früher einmal zum Königreich Gondor gehört. Vor langer Zeit, als es noch einen König gab.
die drei:
gehen an einer großen Statue vorbei, der der Kopf abgeschlagen wurde und ein verunstalteter aufgesetzt wurde
Sonne:
kommt hervor und strahlt den am Boden liegenden, mit Blumen bewachsenen Kopf an
Sam:
Herr Frodo! Da! Der König hat wieder eine Krone.
Sonne:
wird wieder verdeckt
Gollum:
Kommt schon, Hobbits. Dürfen jetzt nicht stehen bleiben. Hier lang.
Gandalf:
steht auf einem Balkon, raucht und hustet
Pippin:
(guckt seine Uniform an) Ich schätze mal, das ist eine rein zeremonielle Stellung. Ich meine, die erwarten doch nicht wirklich von mir, dass ich kämpfe? Oder doch?
Gandalf:
Du stehst jetzt im Dienste des Truchsess. Du wirst tun, was man dir aufträgt, Peregrin Tuk. (hustet)
Pippin:
schenkt Gandalf Wasser ein
Gandalf:
Lächerlicher Hobbit. Wächter der Feste. (hustet)
Pippin:
reicht Gandalf den Becher
Gandalf:
Danke.
Pippin:
Wo sind die Sterne hin? Ist es soweit?
Gandalf:
Ja.
Pippin:
Es ist so ruhig.
Gandalf:
Das ist das tiefe Luftholen vor dem Sprunge.
Pippin:
Ich will in keine Schlacht ziehen. Aber auf eine zu warten, der man nicht entgehen kann, ist noch schlimer.
Gibt es noch Hoffnung, Gandalf, für Frodo und Sam?
Gandalf:
Es bestand nie viel Hoffnung. Nur ein Narr konnte hoffen.
Unser Feind ist bereit. All seine Kräfte sind versammelt. Nicht nur Orks, sondern auch Menschen, Heerscharen der Haradrim aus dem Süden, Söldner von der Küste. Alle werden sie Mordors Ruf Folge leisten. Das wird das Ende Gondors sein, wie wir es kennen. Hier wird der Hammerschlag am heftigsten niederfallen. Wenn der Feind den Fluss überquert, wenn die Besatzung in Osgiliath fällt, ist diese Stadt hier nicht mehr zu verteidigen.
Pippin:
Aber wir haben den weißen Zauberer. Das muss doch für irgendwas gut sein.
Gandalf:
Hm.
Pippin:
Gandalf?
Gandalf:
Noch hat Sauron seinen tödlichsten Diener nicht enthüllt. Er wird Mordors Streitkräfte im Krieg anführen. Es heißt, keines lebenden Mannes Hand könne ihn töten. Der Hexenkönig von Angmar. Du bist ihm schon begegnet. Er hat Frodo auf der Wetterspitze verwundet.
Rückblick:
Hexenkönig verwundet Frodo
Gandalf:
Er ist der Fürst der Nazgûl , der oberste der Neun. Minas Morgul ist sein Sitz.
Gollum:
Die tote Stadt. Dieser Ort ist böse, voll von Feinden. Eilt euch, eilt euch! Sie werden uns sehen, sie werden uns sehen! Kommt weiter, kommt weiter! Seht! Wir haben ihn gefunden, den Weg nach Mordor. Die geheime Treppe. Klettert!
Frodo:
taumelt zum Tor von Minas Morgul
Sam:
Nein! Herr Frodo!
Gollum:
Nicht da lang! Was macht es denn?
Frodo:
Sie rufen mich.
Gollum:
Nein!
Sam und Gollum:
zerren Frodo weg
-- Plötzlich leuchtet Minas Morgul grün auf --
Gandalf und Pippin:
sehen die Erscheinung auch
Gollum:
Verstecken! Verstecken!
Gondorianer
beobachten erschreckt das Leuchten
Gandalf:
legt beruhigend einen Arm um Pippin
-- der Herr der Nazgûl taucht auf und eine riesige Orkarmee kommt aus den Toren --

Frodo:
Ich spüre seine Klinge!
Gandalf:
Dies ist nun die Stunde. Die große Schlacht unserer Zeit.
Gollum:
Kommt weiter, Hobbits! Wir klettern, wir müssen klettern!
Gandalf:
Zug um Zug Rücken die Figuren vor.

Vgl. hierzu:
Michael Deppisch, Der alte Man und "der Peer". Was Altkanzler Schmidt zur Schuldenkrise sagt - und zum politischen Personal, in: Main Post, Meinung, Samstag, 22. Oktober 2011, Nr. 244, S. 2.

"...
Dann bringt Steingart den Namen Peer Steinbrück ins Spiel. Schmidt hat mit dem Ex-Finanzminister und möglichem SPD-Kanzlerkandidaten ein Buch gemacht, es erscheint in der kommenden Woche. Der Titel: 'Zug um Zug'. ..."

Indes ist die Wissenschaftlichkeit von Dr. Karl-Theodor zu Guttenbergs Doktorarbeit noch zu erkennen.
Folgendes geht von nicht mehr zu haltenden Beurteilungen aus: sie sind falsch.
Dr. zu Guttenberg hat eine Schrift von großer Wichtigkeit und Bedeutung geschrieben. - Wann wird das begriffen?

http://www.lawblog.de/index.php/archives/2011/10/14/milde-gegenber-zu-guttenberg/#comment-498400

Samstag, 8. Oktober 2011

Wissenschaft

Wenn Sie das Buch nicht lesen, sind alle anderen besser informiert.

http://www.das-wikiplott.de/

Montag, 12. September 2011

Dieser Vorschlag ist gar nicht so schlecht!

Dr. Dr. Karl-Theodor Frhr. zu Guttenberg

Vgl. hierzu:

Walter Krombach, Rüsselsheim, Einen Ehrendoktor für zu Gutten-berg, in: FAZ, Briefe an die Herausgeber, Freitag, 20. Mai 2011, S. 9.

Vgl. hierzu: http://mfmkmuenchen.livejournal.com/

Samstag, 10. September 2011

Dr. Karl-Theodor Frhr. zu Guttenberg

Wie arbeitet eigentlich dieser Mann?

Vgl. hierzu: http://mfmkmuenchen.livejournal.com/

Freitag, 9. September 2011

Dr. Karl-Theodor Frhr. zu Guttenberg

Karl-Theodor zu Guttenberg bleibt offenbar bei der Darstellung, seine Doktorarbeit sei kein absichtliches Plagiat. ...

Plagiate. Keine Schusseligkeit, in: DER SPIEGEL 16/2011, S. 16.

... Wir müssen diese Doktorarbeit, wenn wir diese Argumente nun schon haben, insgesamt noch einmal genauer analysieren. ...

Josef Joffe

... Denn Scholz und Schmidt, Kohl und Merkel haben reichlich Witz, Intelligenz und Bildung wie jeder Teilnehmer gern aus der "kleinen Runde" berichtet, aber sie nehmen den Platon nicht wie KT mit in die Ferien. Sie geben sich, wie wir es sind. Deshalb hat der eine 16 Jahre lang regiert, wird die andere mindestens acht schaffen.
Glamour ist nicht Germany, nicht in der realen Politik, wo der gedeckte (Hosen-)Anzug regiert und komischerweise der Marxsche Traum Form angenommen hat: Die Herrschaft über Menschen wird ersetzt durch die Verwaltung von Sachen. Oder durch eine Politik, welche die allergrößte Sehnsucht der ernüchterten Erben von Wilhelm und Adolf bedient: nichts zu viel und nie zu schnell. Dieses Deutschland sucht Herrn/Frau Vermittelbar, nicht den Superstar.

Gel und Glamour. Josef Joffe versucht, die Guttenberg-Verzückung zu ergründen, in: Die Zeit, Meinung, Zeitgeist, 30. Juli 2009, Nr. 32, S. 8.



... Die Krawatte ist kein nutzloses Angebinde. "Eine gut gebundene", lehrt Oscar Wilde, "ist der erste seriöse Schritt im Leben." Sie ist das einzige Schmuckstück neben androgynem Kettchen oder fetter Rolex, das ein Mann noch aufbieten kann, nachdem die Husarenjacke ins Museum verbannt worden ist. Der Halsschmuck signalisiert als seidenes Überbleibsel: So waren wir mal, als wir im Löwenfell (Herakles) oder mit wehendem Federbusch (d´Artagnan) unsere Feinde verputzten. Hier maunzt kein Macho, sondern der historisch geschulte Mode-Soziologe. Es ist kein Zufall, dass die Weltmacht-Karriere der Chinesen erst begann, als sie den Mao-Look ab- und die Krawatte umlegten. Schlips ist Schicksal.

Schlips ist Schicksal. Josef Joffe: Der krawattenlose Mann ist der Untergang des Abendlandes, in: Die Zeit, Meinung, Zeitgeist, 8. September 2011, Nr. 37, S. 16.

Vgl. hierzu: Günter Bannas, Eine neue Form des Charismas. Die Zeit der Polarisierer in allen Parteien scheint abgelaufen, in: FAZ, Zeitgeschehen, Montag 18. April 2011, Nr. 91, S. 10.

BERLIN, im April. Vorbei ist die Phase der Zampanos in der Politik, in den Parteien, in den Regierungen. Vorbei sind die Zeiten der verbalen Kraftmeiereien, die dem Betrieb der Medien Futter gegeben haben. Die großen Auftritte im Bundestag, auf Parteikongressen und im Fernsehen gehören der Vergangenheit an. Den bunten Blättern mangelt es an schillernden Figuren aus dem Millieu. Der (vermeintliche) Unterhaltungswert ist gegen Null gesunken. Es herrschen die Fachleute und die Pflichtbewussten. Angela Merkel ist überall. Die Pfarrerstochter aus Mecklenburg-Vorpommern hat alle und alles überstanden. Sie ist die Ausprägung eines neuen Typs, der das politische Personal insgesamt kennzeichnet. Niemand würde die Bundeskanzlerin als Medienstar bezeichnen - so wie einst Gerhard Schröder als Medienkanzler bezeichnet wurde. Derlei Maßstäbe gehören der Vergangenheit an. Dereinst mögen sie wiederkehren. Heute aber hat sich der Politiker, will er in Amt und Würden bleiben, im öffentlichen Auftritt klein zu machen und sein politisches Profil niedrig zu halten.
Das Verschwinden von Karl-Theodor zu Guttenberg ist - unabhängig von den Gründen seines Rücktritts - kennzeichnend. ...

Vgl. hierzu: Michael Kunze, Werdau, Briefe an die Herausgeber. Charisma bleibt in der Politik gefragt, in: FAZ, Montag, 16. Mai 2011 Nr. 113, S. 8. Günter Bannas schreibt in "Eine neue Form des Charismas" (F.A.Z. vom 18. April), dass die Zeit der Zampanos nicht nur in den Parteien und Regierungen, sondern in der Politik insgesamt vorbei sei. Ich teile diese Auffassung nicht. ... Die Techniker der Macht, die Experten und Aktenfresser ersetzen nicht den Wunsch, Politik im Widerstreit mit dem vermeintlichen Establishment, mit jenen bloßen Schachspielern, wie sie Bannas nennt, vermittelt zu bekommen. Wer gegen die da oben medienwirksam aufsteht, kommt an. Den Olaf Scholzens dieser Republik gehört gegenwärtig nur die politische Bühne, weil die KTs. Clements oder Lafontaines in der Regel besseres zu tun haben oder wegen hausgemachter Fehler stolperten.

Vgl.hierzu: Roswin Finkenzeller, Schach, in : FAZ, Deutschland und die Welt, Freitag, 11. März 2011, S.11. Ist wieder einmal eine Reihe von sechs Staatsbürgern sechs Jahre alt geworden, lässt sich die Staatsverwaltung den Ruin der kindlichen Gedächtnisse angelegen sein. Die Schüler lernen zu schreiben, damit sie notieren können, was sie sonst sich hätten merken müssen, und lernen zu lesen, um zu erfahren, was andere Leute nicht behalten, weil sie es geschrieben haben. Wer liest und dann gleich schreibt, schreibt ab und zeigt damit, dass er dem Analphabetentum endgültig abgeschworen hat. Ausgerechnet in der Schule ist das verboten. Diese Systemwidrigkeit erklärt sich aus dem schlechten Gewissen der Schulbildungsmanager, die ein paar Gedächtnisübungen den Kleinen doch noch gönnen wollen. Früher lernten die Knaben und Mädchen sogar das "Lied von der Glocke" auswendig und waren dann fit für die Speicherung von Telefonnummern und weiterer intimer Daten. (Gerne beseitigen wir Verständigungsprobleme und teilen mit, dass besagtes Lied von einem gewissen Schiller stammt, nicht ganz so lang wie ein Band Harry Potter ist und nicht gesungen zu werden braucht.) Später war "die Glocke" nur noch schriftlich präsent, verschwand dann aber aus den Bücherschränken, als auch diese altmodischwurden. Viel getan hat jener Schiller zur intellektuellen Rechtfertigung des Buchdrucks, der seinerseits Raubbau trieb an den Gedächtnissen der Europäer. Was jemand vor 20 Jahren genuschelt hatte, wussten die einst aufs Wort genau. Kollektive Erinnerungen an Hungersnöte, Seuchen und Regierungsdekrete wurden von tausend Mündern mit einer Präzision aufgewärmt, die unseren schriftlichen Memoiren in der Regel fremd ist. Wären Grimms Märchen nicht längst im Druck erschienen, hätten die alleinerziehenden Mütter sie noch heute auf der Pfanne und würden sie detailegetreu ihren Zwillingen erzählen. In Wirklichkeit schwand sogar die Erinnerung an Kochrezepte und Wundbehandlungsmethoden recht bald dahin. Weil die Gedächtnisse im Verdacht standen, für gepflegte Gespräche keinen Stoff mehr parat zu haben, nannte sich ein hervorragendes Nachschlagewerk in x Bänden "Conversations-Lexikon". Demnächst werden diese Bände dastehen wie eine Sammlung von Holzkohlebügeleisen. Der moderne Mensch sagt "Moment mal" oder nicht einmal das, zieht ein Liliputgehäuse aus der Tasche, fummelt an diesem herum und teilt der erwartungsvoll lauschenden Runde mit, seit wann wir den Euro haben. Das Gedächtnis speckt ab und beschränkt sich auf existentielle Fragen wie die, ob die Elektronik beim Taschentuch, beim Taschenmesser oder beim Kaugummi stecke und wo genau der Finger zu fingern habe. Die Zumutung, den Geburtstag des Lebenspartners zu behalten, entfällt künftig. Am 1. November könnte ein Hinweis auf die Adventszeit und am ersten Advent ein Vermerk über die Weihnachtszeit aufleuchten. Wie doch gleich wieder die Kollegen heißen, der Papst und der Bundeskanzler, verrät bei Bedarf allmorgendlich ein Fenster. An wichtige Krankheiten erinnert eine Chipkarte den Patienten, weniger dessen Arzt. Nigel Short vergaß eine noch wichtigere Mattführung (siehe Diagramm), die ihm Viswanathan Anand mit Schwarz (wie?) vorführte.

"Wimp"

"Wimp" ist ein schöner, zweideutiger Begriff. Einerseits ist es das englische Wort für Schwächling. Physiker andererseits verstehen darunter hypothetische Teilchen, die trotz enormer Masse kaum mit der Außenwelt reagieren. Als Abkürzung steht Wimp dann für weakly interacting massive particle - sozusagen ein schwerer Schwächling der Quantenwelt. Viele Wissenschaftler sehen darin den ersten glaubwürdigen Kandidaten für Dunkle Materie. Und ein internationales Team von Physikern hat nun auf einer Konferenz in München erste Daten über die Messung von Wimps ver-öffentlicht.
Sie haben für ihre Ergebnisse keine andere Erklärung als Dunkle Materie.
Diesen rätselhaften Stoff vermuten Physiker in großen Mengen im Kosmos; er soll etwa sechsmal so viel ausmachen wie die normale Materie und ferne Galaxien zusammenhalten. "Die Dunkle Materie zu finden, ist nicht einfach, sonst hätten wir sie ja schon", sagt Wolfgang Seidel vom Max-Planck-Institut für Physik in München. Seine Arbeitsgruppe ist am sogenannten Cresst-Experiment beteiligt, das in einem Tunnel unter dem Gran-Sasso-Massiv der italienischen Abruzzen steht. Wie Seidel bei der Konferenz bekanntgab, hat sein Team in etwa zwei Jahren Arbeit 67-mal Teilchen beobachtet, die Wimps gewesen sein könnten - zehn mehr als bei ersten Berichten über die Ergebnisse im Juni dieses Jahres. Nur die Hälfte davon, allerhöchstens zwei Drittel, seien durch bekannte Prozesse der Quantenwelt zu erklären, sagt Seidel. Der Rest stellt also neue Physik dar.
Den Kern des Cresst-Experiments bilden acht reine Kristalle, die auf Temperaturen knapp über dem absoluten Nullpunkt gekühlt sind. Trifft ein Wimp einen Atomkern in den Kristallen, sind momentane Erwärmung und ein kleiner Lichtblitz zu erkennen. Das sollte pro Jahr und Kilogramm Kristall einige Male passieren. Zugleich reagiert die Apparatur einige Male pro Sekunde auf Hintergrund-Prozesse, die nichts mit Dunkler Materie zu tuzn haben. Die Kunst der Physiker war also, die 67 Ereignisse unter Millionen anderen herauszusuchen.
Die Methoden dazu mussten die Forscher erst lernen, das macht ihre Daten angreifbar. Eine konkurrierende Physikergruppe schließt anhand ihrer eigenen Daten aus, dass die Cresst-Leute tatsächlich Wimps gesehen haben könnten. Die Wissenschaftler um Seidel sind darum zurückhaltend mit ihren Ankündigungen. Es seien Hinweise, keine Beweise, beeilen sie sich zu sagen. Sie wollen nun ihren Aufbau so verbessern, dass weniger Hintergrund-Ereignisse in den Kristallen passieren. "Wenn unser Signal dann bestehen bleibt, bedeutet es tatsächlich etwas", sagt Seidel. "Wenn das Signal verschwindet, war es kein richtiges Signal."

Christopher Schrader, Groß und schwach. Physiker finden Hinweise auf Dunkle Materie, in: SZ, Wissen, Donnerstag, 8. September, Nr. 207, S. 16.

Vgl. hierzu: Manfred Lindinger, Im Niemansland zwischen Suchen und Finden. Noch immer ist in Genf keine neue Physik in Sicht. Die Teilchen kollidieren mit immer höherer Energie, doch jetzt hat sich erstmals auch die Supersymmetrie dem Nachweis entzogen, in: FAZ, Natur und Wissenschaft, Mittwoch, 7. September 2011, Nr. 208, S. N1.

Vgl. hierzu: Jan Hattenbach, Dunkle Materie, verzweifelt gesucht. Abermals hat man Hinweise auf Wimps-Teilchen gefunden - von einer Entdeckung will aber noch keiner sprechen, in : FAZ, Natur und Wissenschaft, Mittwoch, 14. September 2011, Nr. 214, S. N1.
Hans-Peter Porzner Peter von Cornelius, Bildnis von Carolina Grossi / und der tote Hahn Hamburg, Kunsthalle Öl auf Holz, 62 x 52 cm 2002 - 2006

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